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    Bezahlen an Ladestationen: So gehts!

    13.12.2022 |
    Felix Bahr

    Inhalt

    Das Bezahlen an öffentlichen Ladestationen scheint bei vielen noch große Unsicherheit hervorzurufen. Dabei ist der Prozess kein Hexenwerk und sogar um einiges leichter als an der Supermarktkasse. Diese verschiedenen Bezahlmöglichkeiten an Ladesäulen gibt es und so funktionieren sie.

    Welche Bezahlmöglichkeiten für Ladestationen gibt es?

    Das Durcheinander an der Ladesäule hat seit einigen Jahren ein Ende. Seit März 2016 gibt es die Ladesäulenverordnung (LSV), welche neben technischen Standards auch das Bezahlen regelt. Daher muss man an jeder öffentlich zugänglichen Ladestation ohne Authentifizierung oder eigene Ladekarte laden können. Ab Juli 2023 muss zusätzlich das kontaktlose Bezahlen per Bankkarte beim Ad-hoc-Laden möglich sein. Hier die gängigsten Bezahlmethoden an Ladesäulen aus der Praxis:

    • EC- oder Kreditkarte
    • RFID-Ladekarten vom Betreiber
    • Smartphone oder Lade-App

    Mit Kreditkarte oder EC-Karte an der Ladestation bezahlen

    An diversen Ladesäulen können E-Mobilisten den Stromer ganz einfach mit der Bankkarte ihrer Wahl laden – ohne Registrierung, Vertrag und Smartphone. Um den Strom freizuschalten, genügt die Kreditkarte oder EC-Karte einer beliebigen deutschen Bank. Je nach Ladesäulen-Modell kann die Karte zum Bezahlen entweder in den Terminal gesteckt oder an das Lesegerät gehalten werden. Für Letzteres muss mit der Karte natürlich kontaktloses Bezahlen möglich sein.

    Bankkarten können auch in digitalen Wallets auf dem Smartphone hinterlegt werden. Die Bezahlung erfolgt so über den NFC-Chip genau wie mit Apple Pay oder Google Pay.

    Die klassische RFID-Karte an der Ladestation

    Eine RFID-Karte (umgangssprachlich auch Ladekarte) ist die gängigste Zahlungsmethode an öffentlichen Ladesäulen. Dafür erhält man vom Anbieter der jeweiligen Ladesäule eine passende Plastikkarte und kann zu den entsprechenden Tarif-Konditionen laden. Die Ladekarte ist eine Art Kundenkarte, die den Ladevorgang autorisiert und der jeweiligen Person zuordnet. Zum Starten und Beenden wird die Karte einfach an das Lesegerät der Ladestation gehalten – abgerechnet meist zum Monatsende.

    Je nach Anbieter und Vertrag können Ladekarten beispielsweise einmalig für die Ausstellung Geld kosten oder auch eine monatliche Grundgebühr verlangen. Roaming-Anbieter ermöglichen das Laden an Ladesäulen verschiedener Betreiber. Eine genau Übersicht über Ladekarten, Tarife und Kosten finden Sie in unserem E-Auto Ladekarten-Vergleich. Die meisten Ladekarten gibt es auch mobil als App.

    Smartphone: E-Auto über Ladestation-App laden

    Eine Lade-App vom Mobilitätsanbieter erlaubt das Steuern des Ladevorgangs vor Ort. Die App ist mit der klassischen Ladekarte aus Plastik gleichzusetzen. Um sie zu nutzen, muss man also registriert sein. Die Bezahlmethode ist in der App des jeweiligen Anbieters hinterlegt, abgerechnet wird genau wie bei der Ladekarte. Um den Ladevorgang zu starten, muss in der Regel die Ladesäule in der App ausgewählt werden, an der man gerade steht. Zum Teil kann aber stattdessen auch ein QR-Code gescannt werden.

    Einige Ladesäulen erlauben das Bezahlen mit weiteren digitalen Lösungen wie PayPal. Beispielsweise ist bei einigen Ladesäulen der EnBW als Alternative zur vertragsbasierten Bezahlung möglich.

    Zahlen durch Anstecken an der Ladesäule

    Laden und Bezahlen geht auch ohne irgendeine App oder Karte, einfach durch Anstecken des E-Autos an die Ladesäule. Das Fahrzeug identifiziert sich selbst, das Laden startet und die Kosten werden über die hinterlegte Kreditkarte oder Bankverbindung abgerechnet. So laden beispielsweise alle Tesla an Tesla Superchargern. Zunehmend ist das für sämtliche Automarken auch an Ladesäulen von u. a. EnBW, Fastned oder Shell möglich.

    Weiterführende Informationen beim Anbieter:

    Aber Achtung: Das Zahlen alleine durch Anstecken ist nicht bei AC Typ 2 Ladestationen möglich, da diese Stecker noch nicht das CCS-Protokoll zur Identifizierung des Fahrzeuges unterstützen.

    Die beliebteste Art der Bezahlung an Ladestationen

    Eine Studie zum Thema Wachstumsmarkt Ladeinfrastruktur in Deutschland von Capgemini Invent und HYVE hat sich unter anderem mit Kundenerwartungen für die Energiewirtschaft auseinandergesetzt. Die Befragung zu gewünschten Bezahlmöglichkeiten hat ergeben, dass die meisten E-Mobilisten eine Abrechnung direkt an der Ladestation per App oder Kredit- bzw. EC-Karte bevorzugen. Die Bezahlung auf Rechnung oder die Verrechnung mit dem Hausstrom scheint für wenige bis gar keine Personengruppen attraktiv zu sein.

    Fun Fact:
    Noch beliebter ist sicherlich das kostenlose Laden. Dies ist meist an Hotels oder bei einigen Arbeitgebern möglich. Auch viele IKEA-Filialen bieten noch kostenlose Ladestationen. Durch steigende Strompreise und den häufigen Missbrauch von "Nicht-Kunden" haben viele Geschäfte wie Lidl oder Kaufland das kostenlose Angebot jedoch eingestellt.

    Beliebteste Bezahlmöglichkeiten an öffentlichen Ladesäulen
    Statistik zu den beliebtesten Bezahlmöglichkeiten an öffentlichen Ladesäulen

    E-Ladestation: Abrechnung in Zeit oder nach kWh?

    An öffentlichen Ladestationen wird fast nur noch nach Verbrauch (in kWh) abgerechnet, die Abrechnung nach Zeit ist immer seltener zu sehen. Das hat einen einfachen Grund: Die Abrechnung nach Kilowattstunden ist deutlich transparenter für den Endkunden. Laut oben genannter Studie zeigt sich das auch klar bei dem Ergebnis einer Befragung zu den bevorzugten Abrechnungsarten – an öffentlichen Ladestationen sowie an der privaten Wallbox.

    Bevorzugte Abrechnungsart an Ladesäulen
    An der Ladestation bezahlen Kunden am liebsten nach Verbrauch

    Side Fact:
    Einige Anbieter erheben je nach Tarif eine Startgebühr. Auch eine Blockiergebühr ist mittlerweile an fast alle Ladesäulen gängig, um Ladepunkte nicht unnötig lange zu blockieren. Ladepreise können zudem abhängig von der Tageszeit variieren.

    An der Ladestation bezahlen: Das Fazit

    Wer sein E-Fahrzeug an einer öffentlichen Ladestation laden möchte, hat verschiedene Möglichkeiten, den Vorgang zu bezahlen. Am leichtesten ist die Bezahlung mit einer Ladekarte des Anbieters oder mit einer Bankkarte. Beides geht auch digital über das Smartphone. Barzahlung ist eher selten der Fall, genauso wie die Bezahlung auf Rechnung. Die verschiedenen Optionen schaffen es mit Sicherheit, dass niemand ratlos an der Ladesäule stehen muss oder keinen Strom bekommt. Auch zukünftig soll die Bezahlung an Ladestationen noch einheitlicher und leichter gestaltet werden.