Elektroauto kaufen oder leasen
Felix Bahr
Elektroautos werden durch steigende Reichweiten und leistungsstärkere Batterien immer beliebter. Nicht um sonst wächst die Zahl der E-Auto-Neuzulassungen seit einigen Jahren rasant. Oft sind die Preise für Stromer allerdings deutlich über denen eines vergleichbaren Verbrenners. Wer auf der Suche nach einem neuen Auto ist, stellt sich somit berechtigter Weise die Frage: „Elektroauto kaufen oder leasen?“. Wir helfen dabei, beide Möglichkeiten abzuwägen.
Elektroauto kaufen vs. leasen – der direkte Vergleich
Um ein besseres Verständnis für die Thematik zu bekommen, müssen verschiedene Bereiche, die mit dem Kauf oder Leasing eines E-Fahrzeugs verbunden sind, genauer betrachtet werden. Werfen wir einen Blick auf Anschaffungskosten, Nutzung, Reparatur, Inspektion und Wertminderung:
Anschaffungskosten
Selbst günstige E-Autos kosten neu teilweise 30.000 Euro oder mehr. Für viele eine ganze Stange Geld, die oft mit der Aufnahme eines Kredits gestemmt wird. Das führt genau wie beim Leasing zu einer monatlichen Belastung. Der Leasingzeitraum beträgt in der Regel jedoch nur einige Monate oder wenige Jahre. In dieser Zeit fallen insgesamt weniger Kosten an, als würde man das Auto kaufen und nach einem gleichen Zeitraum wieder verkaufen.
Die staatliche Kaufprämie senkt sowohl die Anschaffungskosten beim Kauf als auch die Belastung beim Leasing – vorausgesetzt, der Vertrag läuft mindestens 36 Monate.
Nutzung
Wer ein E-Auto gekauft hat, steigt einfach ein und fährt los. Dabei muss man nicht darauf achten, wie viele Kilometer man hinter sich lässt oder wohin die Fahrt geht. Beim geleasten E-Auto sieht das schon etwas anders aus. Im Leasingvertrag ist meist eine maximale Kilometerzahl angegeben. Wird diese überschritten, führt das zu weiteren Kosten. Auch dürfen einige E-Leasingfahrzeuge nur innerhalb der EU gefahren werden. Abstecher in die Schweiz oder Überfahrten nach Großbritannien fallen somit aus.
Side Fact:
Ein gekauftes Auto kann nach persönlichen Vorlieben konfiguriert werden. Das heißt freie Wahl bei Lack, Innenausstattung und weiteren Extras. Leasingfahrzeuge werden in der Regel in Grundausstattung vermietet und können somit nicht individualisiert werden.
Reparatur & Inspektion
Käufer eines E-Autos entscheiden eigenständig darüber, wann und wo die Inspektionen durchgeführt werden. Auch bei Pannen oder Reparaturen können Besitzer selbst eine geeignete Werkstatt aussuchen und so günstigere Alternativen ausmachen. Sobald ein Elektroauto jedoch geleast ist, hat man weniger Freiheiten. So ist man beispielsweise dazu verpflichtet, regelmäßige Inspektionen zu festen Terminen wahrzunehmen. Auch darf die Werkstatt nicht selbst gewählt werden, was zu Besuchen bei oft teureren Vertragswerkstätten führt.
Wertminderung
Wer ein Elektroauto kauft, muss sich damit abfinden, dass das Fahrzeug schnell und signifikant an Wert verliert. Eine Analyse des DAT zum Thema Wertverlust zeigt, dass dreijährige BEV nur noch knapp 50 % ihres ursprünglichen Kaufpreises wert sind. Vor allem die Lebensdauer des Akkus drückt den Preis beim Weiterverkauf des E-Autos. Bei Leasing spielt die Wertminderung jedoch keine Rolle. Sobald der Vertrag endet, geht das Fahrzeug zurück an den Leasinggeber und fertig. Dieser muss sich nun mit der Wertminderung oder dem Verkauf auseinandersetzen. Einzige Ausnahme besteht bei Restwertleasing-Verträgen.
Vergleich zwischen Kauf und Leasing
Um Ihre Entscheidung zu erleichtern, sind hier noch einmal alle Faktoren zusammengefasst. Entscheiden Sie selbst.
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gekauftes E-Auto |
geleastes E-Auto |
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Kosten bei der Anschaffung |
Höher als beim Leasing und meist mit einem Kredit verbunden |
Niedriger, da nur eine geringe monatliche Rate gezahlt wird |
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Förderung |
Über die staatliche Kaufprämie sind bis zu 6.000 Euro möglich |
Auch Leasingwagen profitieren von der Förderung. Die monatliche Leasingrate wird entsprechend angepasst |
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Kilometerbegrenzung |
keine |
ja (individuell vertraglich festgelegt) |
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regionale Einschränkungen |
keine |
ja (meist keine Fahrten außerhalb der EU möglich) |
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Inspektion |
frei wählbar, spätestens alle zwei Jahre |
Einhaltung fester und regelmäßiger Termine ist Pflicht |
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Werkstattwahl |
frei |
beschränkt auf Vertragswerkstätten |
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Wertminderung |
Besitzer müssen mit fortlaufender Wertminderung selbst einen willigen Käufer finden |
Für Leasingnehmer spielt Wertminderung keine Rolle |
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Konfiguration |
frei |
nicht möglich |
Kann man nach Leasing das Auto behalten?
Ist der Vertrag beendet, geht das Fahrzeug zurück an die Leasinggesellschaft. Die Leasinggebühr ist schließlich eine Nutzgebühr, keine Ratenzahlung. Das heißt aber nicht, dass man das E-Auto nach dem Leasing grundsätzlich nicht behalten kann. Die Möglichkeit, das Fahrzeug nach Vertragsende zu erwerben, besteht durchaus. Hier ist der Restwert entscheidend, welcher im Leasingvertrag festgelegt wird. Je nach individueller Vereinbarung kann der Leasingnehmer das Fahrzeug zu diesem Preis kaufen oder eine Anschlussfinanzierung abschließen. Welche Optionen Ihnen letztlich zur Wahl stehen, erfahren Sie vor Vertragsabschluss. Ein Elektroauto nach dem Leasing spontan zu kaufen funktioniert in der Regel nur selten. Oft sind Fahrzeuge bereits im Gebrauchtwagenleasing eingeplant oder für andere Händler reserviert.
Wer zahlt beim Leasing den TÜV?
Das kommt ganz darauf an, was im Vertrag festgehalten wurde. Bei einem Full-Service-Leasing übernimmt der Leasinggeber die Kosten für Hauptuntersuchung und Inspektion beim TÜV. Wenn nicht anders vertraglich geregelt, trägt der Leasingnehmer die Kosten für die Inspektionen und außerplanmäßige Reparaturen selbst. Der Leasingnehmer ist dafür verantwortlich, dass das Fahrzeug allen gesetzlichen Vorschriften entspricht.
Side Fact
Fällt die TÜV-Überprüfung auf den gleichen Monat wie die Rückgabe des Fahrzeugs, muss die Haupt- und Abgasuntersuchung noch vom Leasingnehmer übernommen werden.
Förderung beim Kauf und beim Leasing: was 2026 gilt
Seit Januar 2026 gibt es wieder eine staatliche Kaufprämie – und sie gilt für beide Wege. Entscheidend ist ein Detail, das die Rechnung zwischen Kauf und Leasing verschiebt: die Mindesthaltedauer von 36 Monaten.
Was gefördert wird
- Bis zu 6.000 Euro für ein reines Elektroauto, gestaffelt nach Einkommen; Plug-in-Hybride erhalten bis zu 4.500 Euro
- Nur Privatpersonen, das Fahrzeug muss auf den Antragsteller zugelassen sein – beim Leasing also auf den Leasingnehmer, nicht auf den Händler
- Erstzulassung ab dem 1. Januar 2026, nur Neuwagen
- Beantragt wird nach der Zulassung beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, spätestens zwölf Monate danach
Der Haken beim Leasing: 36 Monate
Die Prämie setzt voraus, dass das Fahrzeug mindestens 36 Monate gehalten wird. Für Leasingverträge heißt das: Eine Laufzeit unter drei Jahren ist nicht förderfähig. Ein 24-Monats-Vertrag – früher eine gängige Wahl – fällt damit heraus. Wird ein Vertrag vorzeitig beendet, kann die gesamte Prämie zurückgefordert werden.
Das verändert die Abwägung: Wer alle zwei Jahre das Modell wechseln möchte, verzichtet damit auf bis zu 6.000 Euro. Wer ohnehin drei Jahre oder länger plant, bekommt die Förderung beim Leasing genauso wie beim Kauf – die Höhe ist identisch.
Wie viel Ihnen konkret zusteht, rechnet der Förderrechner in unserem Ratgeber zur E-Auto-Förderung aus.
Wie lange sollte man ein Elektroauto leasen?
Ein Auto least man überwiegend aus dem Grund, um regelmäßig neue Modelle zu fahren. Leasingzeiträume sind daher entsprechend kurz auf wenige Monate bis Jahre angesetzt. Parallel dazu ist auf die meisten Neuwagen eine Händlergarantie von drei bis vier Jahren. Im Idealfall läuft der Leasingvertrag nicht länger als vier Jahre – denn nach Ablauf der Garantie muss man für Wartung selbst zahlen.
Seit 2026 gilt für die Förderung eine harte Grenze statt einer Staffelung: Unter 36 Monaten Laufzeit gibt es keine Prämie. Laufzeiten unter 12 Monaten werden nicht gefördert.
Elektroauto kaufen: Vor- und Nachteile
Der Kauf lohnt sich, wenn es die Situation hergibt, denn die Aufnahme eines langfristigen Kredits kann zu finanziellen Problemen führen. Sollte sich die Lebenssituation spontan ändern, kann das Elektroauto zwar jederzeit verkauft werden, allerdings sinkt der Wert je nach Haltedauer deutlich. Verlässliche Aussagen über die Preisstabilität von Elektrofahrzeugen gibt es aufgrund der rasanten technischen Weiterentwicklung der Modelle nicht.
Der größte Pluspunkt beim Kauf ist die Tatsache, dass das Fahrzeug in den eigenen Besitz übergeht. Das heißt, man kann es vor dem Kauf nach Belieben konfigurieren und später jede Änderung vornehmen, die man wünscht – vom Austausch der Felgen bis hin zur neuen Lackierung. Auch sonst ist man in keiner Weise eingeschränkt, was Inspektion, Kilometerbegrenzung oder Versicherung angeht. Die Fahrt geht somit geradewegs an der Vertragswerkstatt vorbei und hin zur günstigeren Alternative.
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E-Auto Kauf Vorteile |
E-Auto Kauf Nachteile |
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E-Auto ist Eigentum |
Hohe Anschaffungskosten |
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Freie Werkstattwahl |
Manchmal Aufnahme eines Kredits notwendig |
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Freie Versicherungswahl |
Batterie-Lebensdauer ist begrenzt |
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Fahren ohne Kilometerbegrenzung |
Kontinuierlicher Wertverlust |
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staatliche Kaufprämie von bis zu 6.000 Euro |
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Möglichkeit zur Individualisierung |
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Kann verkauft werden |
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Wann ist E-Auto Leasing besser?
Leasing bietet vor allem den Vorteil, flexibel bleiben zu können, denn es ist nicht erforderlich, sich langfristig für ein Modell zu entscheiden. Leistung und Reichweite steigen kontinuierlich und auch Ladezeiten werden immer kürzer. Durch den regelmäßigen Austausch des E-Autos ist gewährleistet, dass das geleaste Fahrzeug auf dem aktuellen Stand der Technik ist – gekaufte Autos können da schnell nicht mehr mithalten.
Auch komplette Neulinge auf dem Gebiet der E-Mobilität können das Leasing dazu nutzen, erste Erfahrungen mit einem Stromer zu sammeln. So kann die Umgewöhnung auf Probe dabei helfen, das passende Modell ausfindig zu machen. Alternativ kommt für solche Nutzer auch das E-Auto-Abo infrage. Für einen Kauf kann man sich dann später immer noch entscheiden.
Aber:
Da das Elektrofahrzeug einem selbst nicht gehört, ist man an die Auflagen des Leasinggebers gebunden. Das äußert sich beispielsweise in der Wahl der Werkstatt oder dem zwingenden Abschluss einer höherwertigen Vollkaskoversicherung. Um Nachzahlungen bei Ablauf des Leasingvertrags zu vermeiden, ist auf einen gepflegten Zustand zu achten.
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E-Auto Leasing Vorteile |
E-Auto Leasing Nachteile |
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kapitalschonend, da keine hohe Einmalzahlung anfällt |
Fahrzeug ist kein Eigentum |
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günstigere Monatsraten: Leasingrate oft geringer als Kreditrate |
Einhaltung der Inspektionstermine und Vertragswerkstatt |
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keine Sorge um Wertverlust |
häufig teurere Vollkasko |
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regelmäßig das neuste Modell |
Pflichten gegenüber Leasinggeber |
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Staatliche Kaufprämie |
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kein Verkauf nötig |
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Elektroautos kaufen oder leasen – die Entscheidung
Oft ist der Preis eines der entscheidendsten Argumente, also ob das Konto den sofortigen Kauf erlaubt oder niedrige monatliche Raten einfacher zu stemmen sind. Wieder anderen ist Technik auf dem neusten Stand oder Flexibilität besonders wichtig. Daher muss jeder für sich selbst entscheiden, ob Kauf oder Leasing die bessere Variante ist. Eine einfache Gegenüberstellung spezifischer Pro- und Kontra-Argumente hilft dabei, eine eigene Entscheidung zu treffen.
Und wie gesagt:
Wer sich noch unschlüssig ist, kann mit Kurzzeitleasing erst einmal das E-Auto im Alltag testen, bevor es gekauft wird.
Häufige Fragen
Wird Leasing 2026 gefördert?
Ja. Die staatliche Kaufprämie gilt für Leasing genauso wie für den Kauf, in identischer Höhe. Voraussetzung ist ein Leasingvertrag von mindestens 36 Monaten und dass das Fahrzeug auf den Leasingnehmer zugelassen ist. Den Antrag stellt der Leasingnehmer selbst, nicht der Händler.
Warum sind kurze Leasingverträge nicht förderfähig?
Die Förderung ist an eine Mindesthaltedauer von 36 Monaten gebunden. Verträge mit 24 Monaten Laufzeit erfüllen diese Bedingung nicht und gehen leer aus. Wird ein geförderter Vertrag vorzeitig beendet, kann die gesamte Prämie zurückgefordert werden.
Lohnt sich Kauf oder Leasing beim Elektroauto mehr?
Beim Kauf tragen Sie den Wertverlust, haben aber keine Kilometerbegrenzung und das Fahrzeug am Ende im Besitz. Leasing hält die monatliche Belastung niedrig und schützt vor dem Restwertrisiko, das bei Elektroautos schwer kalkulierbar ist. Seit 2026 kommt ein neues Argument dazu: Wer kürzer als drei Jahre least, verliert die Förderung von bis zu 6.000 Euro.