Skip to content
     

    E-Auto Reichweite in WLTP, NEFZ und EPA

    Glossar Elektroauto Reichweite WLTP NEFZ EPA erklärt

    Inhalt

    Die Reichweite von Elektroautos ist eines der zentralen Themen, wenn es um Elektromobilität geht. Ehrlich gesagt ranken sich hier um auch die größten Mythen über E-Autos. Dieser Beitrag klärt darüber auf, welche Definition, Funktion und Unterschiede es wirklich zwischen den Messmethoden WLTP, NEFZ und EPA gibt.

    Volle Ladung Wissen auf einen Blick

    1. Der WLTP-Zyklus ist ein weltweit harmonisiertes Prüfverfahren für Reichweiten von Fahrzeugen, der realistischere Testbedingungen bietet als der ältere NEFZ.
    2. NEFZ ist der Vorgänger, wurde jedoch als nicht repräsentativ für den tatsächlichen Verbrauch und die tatsächlichen Reichweite kritisiert.
    3. Die EPA ist die US-Umweltschutzbehörde. Sie hat ihre eigenen Standards und Verfahren zur Reichweitenmessung, die sich von denen in Europa unterscheiden.
    4. Die Reichweite eines Elektroautos ist enorm wichtig, da sie die Alltagstauglichkeit bestimmt und bei der Kaufentscheidung behilflich ist.

    Definition: Was ist die E-Auto Reichweite?

    Die Reichweite eines Elektroautos ist die maximale Strecke, die es unter optimalen Bedingungen mit einer vollen Batterieladung zurücklegen kann – bevor es wieder aufgeladen werden muss. Sie ist ein wichtiger Faktor bei der Entscheidung für oder gegen ein Elektroauto. Die tatsächliche Reichweite hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie zum Beispiel:

    • Batteriekapazität
    • Außentemperatur
    • Zusätzlicher elektrischer Verbraucher im Fahrzeug (Klimaanlage, Handy aufladen etc.)
    • vorausschauender Fahrstil
    • vorgeheizter Akku
    • Zuladung

    In der Theorie heißt es zwar: Je größer die Batteriekapazität eines Elektroautos, desto weiter kann es fahren. In der Praxis ist die reale Reichweite eines Elektroautos jedoch geringer als die angegebene maximale Reichweite. Das liegt daran, dass die optimalen Bedingungen, unter denen die Reichweite gemessen wird, im Alltag nicht immer gegeben sind.

    WLTP, NEFZ & EPA: Wie wird die Reichweite gemessen?

    Die Reichweite eines Elektroautos wird mithilfe standardisierter Messmethoden ermittelt. Am häufigsten kommen folgende Methoden zum Einsatz:

    • WLTP – Worldwide Harmonised Light Vehicle Testing Procedure
    • NEFZ – Neuer Europäischer Fahrzyklus
    • EPA – Environmental Protection Agency

    Bei jeder dieser Angaben ist es wichtig zu beachten, dass die ermittelte Reichweite lediglich als Richtwert der Reichweite betrachtet werden sollte. Die tatsächliche Reichweite jedes Elektroautos variiert je nach individuellen Fahrbedingungen. Im Detail:

    WLTP Bedeutung: Aktueller Standard für E-Autos

    Die WLTP (Worldwide Harmonized Light Vehicles Test Procedures) Methode ist seit September 2018 zum Standard für die Ermittlung der maximalen Reichweite von Neuwagen in Deutschland geworden. Jedes Neufahrzeug benötigt ein WLTP-Zertifikat. Diese global harmonisierte Testmethode für leichte Fahrzeuge, speziell für Elektroautos, ist darauf ausgelegt, realistischere Ergebnisse im Vergleich zum zuvor häufig verwendeten NEFZ-Testverfahren zu liefern.

    Die Tests finden nicht nur im Labor, sondern auch realitätsnah auf der Straße statt. Sie berücksichtigen verschiedene Faktoren wie Geschwindigkeitsänderungen, Beschleunigung und Gewicht zusätzlicher Ausstattung, um eine genauere Einschätzung der Reichweite eines Elektroautos zu ermöglichen. Die Vorgaben für den Test der WLTP-Reichweite sind wie folgt:

    • Die Teststrecke ist 23 Kilometer lang.
    • Die Dauer des Tests beträgt mindestens 30 Minuten.
    • Die durchschnittliche Geschwindigkeit sollte bei 47 km/h liegen und die Höchstgeschwindigkeit darf 131 km/h nicht überschreiten.

    NEFZ Verfahren: Unrealistische Reichweitenangabe

    Das NEFZ war zuvor der Standardtestzyklus für die Reichweitenmessung von Elektroautos in Europa. Es basiert auf einem festgelegten Fahrprofil und simuliert den Stadtverkehr sowie Überlandverkehr. Allerdings wurde das NEFZ Verfahren als nicht realitätsnah kritisiert, da es nur 20 Minuten im Labor simuliert wird. Der Testinhalt:

    • Vier Stadtfahrten mit maximal 50 km/h
    • Eine Überlandfahrt mit maximal 120 km/h
    • Durchschnittliche Geschwindigkeit im Test von 34 km/h
    • Keine Berücksichtigung von Wetter, Fahrstil oder Stromverbrauchern

    Aufgrund der geringen Berücksichtigung wichtiger Einflussfaktoren auf die Reichweite sind NEFZ-Werte deutlich zu hoch. Als Faustregel kann man ca. die Hälfe der angegebenen Kilometer abziehen.

    EPA Reichweite: Mischverfahren aus den USA

    Dar EPA-Reichweiten-Test wird in den USA verwendet und ähnelt dem WLTP. „EPA“ steht für Environmental Protection Agency – also Umweltbehörde. Es simuliert verschiedene Fahrbedingungen wie Stadtverkehr und Autobahnfahrten, um eine realistischere Einschätzung der Reichweite eines Elektroautos zu ermöglichen. Zu den Voraussetzungen des Tests gehören:

    • Testscenario Stadt und Autobahn
    • Simulation von kalten und heißten Tagen
    • Höchstgeschwindigkeit von 129 km/h

    Seit 2012 prüft die Environmental Protection Agency ebenfalls die Verbrauchswerte, die nach NEFZ angegeben sind. Stellt sie erhebliche Unterschiede fest, muss der Hersteller diese korrigieren. Zudem können Geldbußen verhängt werden.

    Faktoren, die die Reichweite nach WLTP & Co. beeinflussen

    Es gibt zahlreiche Faktoren, die Auswirkungen auf die Reichweite eines E-Autos haben. Dazu gehören unter anderem die Größe und Leistungsfähigkeit der Batterie, das Fahrverhalten, Wetter- und Straßenbedingungen und der Einsatz von elektrischen Verbrauchern wie Klimaanlage oder Heizung im Auto.

    Die Größe und Leistungsfähigkeit der Batterie ist ein entscheidender Faktor für die Reichweite eines Elektroautos. Je größer die Batterie, desto mehr Energie kann gespeichert werden und desto weiter kann das Fahrzeug fahren, bevor es wieder aufgeladen werden muss. Die Technologie der Batterien entwickelt sich ständig weiter, was zu immer mehr Reichweite der Elektroautos führt.

    Auch das Fahrverhalten hat einen Einfluss auf die Reichweite. Eine vorausschauende und gleichmäßige Fahrweise kann den Energieverbrauch reduzieren und somit die Reichweite erhöhen. Beschleunigungen und Bremsvorgänge sollten daher möglichst sanft erfolgen.

    Des Weiteren spielen auch Wetter- und Straßenbedingungen eine Rolle. Bei niedrigen Temperaturen kann die Reichweite eines Elektroautos abnehmen, da die Batterie weniger effizient arbeitet. Gleiches gilt für besonders hohe Temperaturen. Auch hügeliges Gelände und schlechte Straßenverhältnisse können den Energieverbrauch erhöhen. Eventuell muss man hier häufiger beschleunigen, mehr abbremsen oder benötigt mehr Leistung.

    Zusätzlich beeinflusst der Einsatz von elektrischen Verbrauchern wie der Klimaanlage oder Heizung im Auto die Reichweite. Diese Verbraucher benötigen Energie und können somit die Batterieladung schneller entleeren. Eine bewusste Nutzung dieser Verbraucher kann daher die Reichweite positiv beeinflussen.

    Beispiele für E-Auto Reichweiten

    Die Reichweite kann stark variieren, abhängig von Modell und Hersteller. Einige E-Autos können bis zu 600 Kilometer mit einer einzigen Ladung zurücklegen, andere weniger als 200 Kilometer.

    Ein interessantes Beispiel für ein Elektroauto mit hoher Reichweite ist das Tesla Model S. Mit einer vollen Ladung kann es bis zu 600 Kilometer fahren, was es zu einem der am weitesten reichenden Elektroautos auf dem Markt macht. Das Model S verfügt über eine leistungsstarke Batterie und eine effiziente Antriebstechnologie, die es ermöglichen, lange Strecken ohne Aufladen zurückzulegen.

    Auf der anderen Seite gibt es Elektroauto-Modelle wie den Renault Zoe, die eine etwas geringere Reichweite haben. Mit einer vollen Ladung kann der Zoe etwa 300 Kilometer fahren. Dies ist jedoch immer noch eine respektable Reichweite für den täglichen Gebrauch und ermöglicht es den meisten Menschen, ihre täglichen Pendelstrecken ohne Probleme zurückzulegen.

    Vergleich der Reichweiten von Elektroautos und herkömmlichen Autos

    Im Vergleich zu herkömmlichen Autos haben Elektroautos in der Regel eine geringere Reichweite. Früher wurden sie oft als Fahrzeuge angesehen, die nur für kurze Strecken geeignet sind. Doch mit dem stetigen Fortschritt in der Batterietechnologie und der zunehmenden Verfügbarkeit von Ladestationen können moderne Elektroautos erstaunliche Reichweiten erreichen. Vom Fahrtkomfort ganz abgesehen. Die Lücke zwischen Verbrenner und E-Auto wird immer kleiner und die Argumente gegen einen Wechsel verstummen zunehmend.

    Ein weiterer wichtiger Faktor bei der Reichweite von Elektroautos ist die Fahrweise. Eine defensivere Fahrweise, die das Ausnutzen der Rekuperation (Bremsenergierückgewinnung) einschließt, kann die Reichweite erheblich verbessern. Außerdem kann die Nutzung von Energiesparfunktionen wie dem Eco-Modus oder dem Verzicht auf Klimaanlage oder Heizung die Reichweite zusätzlich erhöhen. Bei einem Verbrenner geht die Bremsenergie hingegen in Wärme verloren.

    Es ist auch wichtig zu beachten, dass Elektroautos nicht nur von der Reichweite abhängig sind, sondern auch von der Verfügbarkeit von Ladestationen. In den letzten Jahren hat sich die Anzahl der Ladestationen weltweit stark erhöht, was die Reichweitenangst verringert und es den Fahrern ermöglicht, ihre Elektroautos problemlos aufzuladen, selbst auf längeren Strecken.

    Häufig gestellte Fragen zu WLTP, NEFZ und EPA

    Im Folgenden werden wir einige häufig gestellte Fragen zu den Reichweitenangaben WLTP, NEFZ und EPA beantworten.

    1. Was sind WLTP, NEFZ und EPA?

    WLTP, NEFZ und EPA sind standardisierte Messverfahren zur Ermittlung der Reichweite von Elektroautos. Sie weisen jedoch erhebliche Unterschiede auf, sowohl in Bezug auf die Methodik als auch auf die Testbedingungen.

    Während das NEFZ ein relativ alter Test ist, der hauptsächlich auf europäische Bedingungen abzielt, ist das WLTP realitätsnäher und hat strengere Testverfahren. Das EPA-Verfahren, das hauptsächlich in den USA angewendet wird, gilt allgemein als das strengste der drei. Die Art der Messmethode kann einen erheblichen Einfluss auf die ermittelte Reichweite haben. Ein Modell, das nach WLTP getestet wurde, kann eine geringere Reichweite aufweisen als das gleiche Modell, das nach NEFZ getestet wurde. Dennoch ist der WLTP-Wert realistischer.

    2. Warum wurde NEFZ durch WLTP ersetzt?

    Der NEFZ (Neuer Europäischer Fahrzyklus) wurde im Jahr 1992 eingeführt und entspricht nicht mehr den aktuellen Fahrbedingungen und Technologien. Er hat feste Geschwindigkeiten, Pausenzeiten und beschleunigte Phasen, die oft nicht die tatsächlichen Fahrbedingungen widerspiegeln. Ermittelte Werte waren somit unrealistisch und deckten sich nicht mit der realen Reichweite der meisten Fahrer. Der WLTP bietet eine dynamischere und realitätsnähere Herangehensweise, wodurch er Verbrauchs- und Emissionswerte ermittelt, die näher an den realen Werten liegen.

    3. Wie unterscheiden sich die EPA-Tests von WLTP und NEFZ?

    Die EPA-Tests sind insofern einzigartig, als sie verschiedene Fahrbedingungen berücksichtigen – darunter Stadtfahrten, Autobahnfahrten und Kombinationen davon. Sie berücksichtigen auch eine größere Bandbreite an Temperaturen und klimatischen Bedingungen, was sie realistischer macht. Zudem wird oft argumentiert, dass die EPA-Tests strenger sind und tendenziell konservativere Schätzungen des Kraftstoffverbrauchs und der Emissionen liefern als WLTP oder NEFZ.

    Infolgedessen kann ein Auto, das in den USA und Europa verkauft wird, unterschiedliche Verbrauchs- und Emissionswerte aufweisen. Hierzulande ist WLTP der Standard. In den USA sind es die Werte der EPA.

    4. Wie wirkt sich der WLTP-Zuschlag auf Steuern aus?

    Der "WLTP-Zuschlag" bezieht sich meist auf die Anpassung der Kraftfahrzeugsteuer in einigen Ländern nach der Einführung des WLTP als Standardtestverfahren für Kraftstoffverbrauch und CO2-Emissionen. Da der WLTP-Zyklus in der Regel höhere CO2-Emissionswerte liefert als der zuvor verwendete NEFZ (Neuer Europäischer Fahrzyklus) – weil er realistischer und strenger ist – könnten Autos, die nach dem WLTP-Verfahren getestet wurden, potenziell höher besteuert werden. Dies liegt daran, dass in vielen Ländern die Kraftfahrzeugsteuer zumindest teilweise auf den CO2-Emissionen eines Fahrzeugs basiert.

    Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass die genaue Art und Weise, wie Länder mit dem Übergang von NEFZ zu WLTP umgehen, variiert und von den jeweiligen nationalen Regelungen abhängt. Einige Länder haben Übergangszeiträume, während andere spezifische Berechnungsmethoden haben, um die WLTP-Werte für steuerliche Zwecke anzupassen.

    5. Welche E-Autos haben die beste Reichweite nach WLTP?

    Hier eine Liste, welche 10 Elektroautos aktuell die höchste WLTP-Reichweite auf dem Markt haben. Bei den Werten handelt es sich um Herstellerangaben.

    1. Mercedes EQS (780 Kilometer)
    2. Mercedes EQS SUV (671 Kilometer)
    3. Polestar 2 (654 Kilometer)
    4. Tesla Model S Long Range (634 Kilometer)
    5. BMW iX (629 Kilometer)
    6. Mercedes EQE (621 Kilometer)
    7. BMW i7 (625 Kilometer)
    8. Hyundai Ioniq 6 (614 Kilometer)
    9. Tesla Model 3 (602 Kilometer)
    10. Polestar 3 (610 Kilometer)