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    Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge: Bedeutung, Funktionsweise und Bezahlsystem

    Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge

    Inhalt

    Was wäre ein Smartphone ohne Apps oder ein Computer ohne Internet? Genauso verhält es sich mit der Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge – das eine ist ohne das andere nicht vollständig. Was genau ist aber darunter zu verstehen? 

    Volle Ladung Wissen auf einen Blick

    • Es gibt verschiedene Arten von Ladestationen für Elektroautos: AC-Ladestationen und DC-Schnellladestationen.
    • Die Ladezeit eines Elektroautos hängt von der Kapazität der Batterie und der Leistung der Ladestation ab. AC-Laden dauert mehrere Stunden, während DC-Schnellladen die Batterie in weniger als einer Stunde auflädt.
    • Die Kosten für das Laden eines Elektroautos hängen von Anbieter, Standort der Ladestation und Tarifmodell ab. Es gibt Abrechnungen nach Zeit, Energiemenge, Pauschaltarife und Monatsabonnements.
    • Mit Ladekarten und Apps bekommt man einen Überblick über verfügbare Ladestationen. Auch die Bezahlung lässt sich damit abwickeln.
    • Ladestationen für zu Hause sind eine bequeme und kostengünstige Möglichkeit, das Fahrzeug über Nacht aufzuladen.
    • Öffentliche Ladestationen sind an verschiedenen Orten verfügbar, darunter Einkaufszentren, Parkplätze und entlang von Autobahnen.  

    Was ist Ladeinfrastruktur?

    Das Elektroauto ist gekauft und die nächste Fahrt geplant – vorher muss das Fahrzeug allerdings noch Strom laden. Genau hier kommt die Ladeinfrastruktur ins Spiel. Sie versorgt E-Autos mit der nötigen Energie, um von A nach B zu kommen. Doch wie sieht diese Infrastruktur im Detail aus?

    Die Basis: E-Ladesäule

    Eine Ladestation für E-Autos ist vergleichbar mit einer Tankstelle für Verbrenner: Sie schließen Ihr Elektroauto an, um den Akku aufzuladen. Diese Stationen gibt es in verschiedenen Ausführungen: von der einfachen Steckdose mit geringer Ladeleistung für den Hausgebrauch bis hin zu leistungsstarken Schnellladestationen, die Sie entlang der Autobahnen finden.

    Private Ladesäule für zu Hause: Wallboxen

    Mit Wallboxen laden Sie Ihr E-Auto zu Hause auf. Diese wird einmalig an der Wand montiert und ist anschließend dauerhaft einsetzbar. Ein großer Vorteil gegenüber der Haushaltssteckdose ist, dass das E-Auto schneller geladen wird. Einfach über Nacht laden und am nächsten Morgen mit vollem Akku losfahren.

    Öffentliche Ladesäulen

    Auch im öffentlichen Raum besteht die Möglichkeit, das Elektroauto aufzuladen. Hier findet man diese Ladeinfrastruktur:

    • Parkplätze
    • Parkhäuser
    • Einkaufszentren
    • Straßenränder  
    • Hotels, etc.

    Diese E-Auto Ladesäulen sind nochmals stärker als Wallboxen, wodurch das Fahrzeug wesentlich schneller aufgeladen wird. 

    Ladekarten und Apps 

    Um eine öffentliche Ladestation nutzen zu können, benötigen Sie eine Ladekarte oder App. Damit authentifizieren Sie sich, starten den Ladevorgang und bezahlen anschließend. Sobald Sie registriert und Ihre Zahlungsinformationen hinterlegt sind, haben Sie jederzeit die Möglichkeit, eine Ladestation in Ihrer Nähe zu suchen. Die Apps zeigen auch Verfügbarkeit und Ladekapazität der Stationen in Echtzeit an. 

    Es gibt einige Anbieter, welche Sie je nach Ihren Präferenzen wählen können: 

    • EnBW mobility+ bietet verschiedene Tarifoptionen an, darunter auch einen Viellader-Tarif. 
    • ADAC e-Charge (in Kooperation mit EnBW) ist speziell auf die Bedürfnisse von ADAC-Mitgliedern zugeschnitten und bietet neben dem Laden auch weitere Services, die mit der Mitgliedschaft verbunden sind. 
    • Plugsurfing ist besonders für E-Auto-Fahrer geeignet, die viel im europäischen Ausland unterwegs sind, da es eines der größten Ladenetzwerke in Europa hat.

    Welche Ladestationen gibt es?

    Wenn Sie sich auf die Suche nach einem Ort machen, um Ihr Elektroauto aufzuladen, werden Sie auf verschiedene Arten von Ladestationen stoßen. Vor allem als Neuling kommt da schnell die Frage auf, inwiefern sich diese E-Ladesäulen unterscheiden.

    Der grundlegende Unterschied zwischen den Stationen liegt in der Nutzung von Gleichstrom und Wechselstrom. Beim AC-Laden wird Wechselstrom verwendet, welcher in Gleichstrom umgewandelt werden muss. Der Ladevorgang nimmt mehrere Stunden in Anspruch, weshalb AC-Ladestationen für zu Hause oder am Arbeitsplatz genutzt werden. DC-Laden hingegen ermöglicht ein schnelles Aufladen des Elektroautos an öffentlichen Ladestationen durch direkte Gleichstromzufuhr. Die Batterie wird in weniger als einer Stunde aufgeladen.

    Normalladestationen: Für die Geduldigen

    Die meisten öffentlichen Ladesäulen sind Normalladestationen. Sie laden Ihr Auto mit einer Leistung von bis zu 22 kW. Zwar ist der Strompreis relativ günstig, aber dafür brauchen sie auch länger, um den Akku zu füllen. Für eine vollständige Ladung müssen Sie mit einigen Stunden rechnen. Wenn Sie es also nicht besonders eilig haben, zum Beispiel bei der Arbeit oder beim Einkaufen, ist diese Ladesäule eine gute Wahl.

    Schnellladestationen: Wenn es schnell gehen muss

    Schnellladestationen sind in Situationen sinnvoll, wenn nur ein kurzer Stopp eingelegt wird. Mit einer Leistung von durchschnittlich 150 kW laden Sie Ihr Auto in knapp 30 Minuten auf. Sie finden diese Stationen an Autobahnraststätten oder in der Nähe von Hauptverkehrsstraßen.  

    Ultraschnellladestationen: Nur 5 Minuten Wartezeit

    Wem Schnellladestationen immer noch zu langsam sind, der hat auch die Möglichkeit, Ultraschnellladestationen zu nutzen. Die High Power Charger pumpen 150 bis 300 kW in den Wagen, wodurch Sie lediglich fünf Minuten für eine Reichweite von 100 Kilometer warten müssen. Dementsprechend muss man hier aber auch tiefer in die Tasche greifen.

    Induktives Laden: Kabellos Strom tanken

    Eine noch relativ neue Technologie ist das induktive Laden. Hierbei wird die Energie kabellos von einer Platte am Boden auf das Auto übertragen, sobald dieses richtig platziert ist.

    Vergleich von Ladeinfrastruktur-Lösungen
    Vergleich der Ladestationen

    Wie lade ich mein Elektroauto auf?

    Das E-Auto lässt sich relativ schnell und einfach aufladen – einmal ausprobieren und Sie haben den Dreh raus:

    1. Anschließen und Authentifizieren

    Zuerst verbinden Sie Ihr E-Auto mit der Ladesäule, indem Sie das Ladekabel verwenden, das an beiden Enden Stecker hat: einen für Ihr Auto und einen für die Ladestation. Öffnen Sie die Ladeklappe Ihres Fahrzeugs und verbinden Sie das Ladekabel. An öffentlichen Ladestationen müssen Sie sich authentifizieren, bevor Sie laden können. Das funktioniert über die Ladekarte bzw. App.

    2. Ladevorgang starten

    Sobald das Elektroauto angeschlossen und der Ladevorgang freigegeben ist, beginnt das Laden automatisch. Die Geschwindigkeit, mit der Ihr Auto lädt, ist nicht konstant. Zu Beginn ist sie am höchsten und nimmt ab, je voller der Akku wird. Das liegt daran, dass die E-Auto Batterie zum Schutz vor Überhitzung und zur Verlängerung der Lebensdauer langsamer geladen wird, wenn er sich der Vollladung nähert. Die gesamte Ladezeit hängt außerdem von der Kapazität Ihres Akkus und der Leistung der Ladestation ab.

    3. Bezahlung

    Ist der Akku voll oder erreicht der Ladevorgang ein von Ihnen eingestelltes Limit, stoppt die Ladestation automatisch. An öffentlichen Ladesäulen erfolgt die Abrechnung über Ihre Ladekarte oder App. Sie bezahlen entweder nach der geladenen Energiemenge (kWh), der Ladezeit oder einer Kombination aus beidem. 

    Welche Abrechnungsmodelle gibt es? 

    Beim Laden eines Elektroautos an einer Ladestation gibt es verschiedene Bezahlmodelle, die sich nach Ihren Bedürfnissen und Gewohnheiten richten. Um sich einen Überblick zu verschaffen, wann sich welches Modell lohnt, haben wir Praxisbeispiele für Sie zusammengestellt:

    Abrechnung nach Zeit

    Sie parken Ihr Auto an einer AC-Ladestation von Allego und verbringen den Tag in der Stadt. Die Abrechnung erfolgt nach der Zeit, an der Ihr Auto angeschlossen ist. Das ist kostengünstig, da AC-Laden länger dauert und die Kosten überschaubar bleiben. 

    Abrechnung nach Energiemenge

    Auf einer Langstreckenfahrt halten Sie an einem Ionity-Schnelllader. Hier zahlen Sie für die kWh, die in kürzester Zeit in Ihren Akku fließen. 

    Pauschaltarife

    Sie nutzen regelmäßig die Ladestationen von Maingau Energie und wählen deren Pauschaltarif. Egal wie oft oder wie lange Sie laden, die Kosten sind fix.

    Monatsabonnements

    Als Vielfahrer entscheiden Sie sich für ein Abonnement bei ChargePoint. Gegen eine monatliche Gebühr nutzen Sie ein Netzwerk von Ladestationen zu Sonderkonditionen.

    Kombinierte Modelle

    Sie möchten Flexibilität und Kontrolle über Ihre Ladekosten und wählen daher ein Angebot von E.ON, das eine Grundgebühr plus variable Kosten je nach Ladeverhalten kombiniert. 

    Smart Charging und V2G-Technologie

    Stellen Sie sich vor, Ihr Elektroauto unterstützt das Stromnetz und Sie sparen dabei Geld. Dies ist das Ziel von Smart Charging und Vehicle-to-Grid (V2G), die sich aktuell in der Entwicklungs- und Testphase befinden – in Zukunft aber unseren Alltag bestimmen könnten.

    Beim Smart Charging geht es darum, Ihr Elektroauto dann zu laden, wenn es am günstigsten oder am umweltfreundlichsten ist. Beispielsweise kommen Sie abends nach Hause und stecken Ihr Auto an. Statt sofort zu laden, wartet es, bis der Wind kräftig weht und Windkraftwerke viel Strom produzieren. Ihr Auto ist somit im ständigen Austausch mit dem Stromnetz, wodurch Sie sich Kosten sparen und die Nutzung erneuerbarer Energien unterstützen.  

    Mit V2G wird Ihr Elektroauto zum Mini-Kraftwerk. Es speichert nicht nur Energie für die Fahrt, sondern speist auch überschüssigen Strom zurück ins Netz ein. Wenn die Nachfrage hoch ist und viel Strom benötigt wird, wie beispielsweise an kalten Wintertagen, liefert Ihr Auto Strom und entlastet das Netz.

    Diese Technologien sind somit mit einigen Vorteilen verbunden:  

    • Sie sparen Geld: Sie laden zu günstigen Zeiten.
    • Sie unterstützen das Netz: Ihr Auto hilft, die Lastspitzen zu glätten und trägt zur Stabilität bei.
    • Sie fördern grüne Energie: Sie laden bevorzugt dann, wenn viel erneuerbare Energie zur Verfügung steht.
    • Sie schonen Ihren Akku: Smart Charging verlängert die Lebensdauer Ihres Akkus, da es eine Überladung vermeidet und den Ladevorgang optimiert.